19. Februar 1915

MvR schreibt seine Mutter

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"Manfred schreibt unter dem unmittelbaren Eindruck eines Stellungskampfes: "Liebe Mama! Ich schreibe Dir diese Zeilen bei einer ganz fürchterlichen Kanonade. Von meinem Fenster aus kann ich alles übersehen. Die Franzosen greifen eine sehr beherrschende höhe an. Der ganze Berg ist eine einzige große Rauchwolke. Die armen Kerle, die da gerade im Schützengraben liegen! Gestern wurden wir zur Hilfe gerufen, waren auch schon hinmarchiert, waren dann aber nicht mehr nötig und kamen nachts wieder zurück. Die Franzosen, Engländer und was sich sonst an der Westfront hier herumtreibt, werden jetzt wieder sehr frech. Sie glauben wohl, es sei jetzt der beste Moment, uns wieder anzugreifen, weil wir ja alles im Osten haben. Damit haben sie ja recht. Aber sie verrechnen sich immer damit, daß sie denken, ein Deutscher wird aus seiner Stellung herauslaufen - wie sie. Das liegt eben in userem Blut: wir bleiben da stehen, wo man uns hingestellt hat, und lassen uns eher totschlagen, ehe wir weichen. - Aber leider hat der Engländer dasselbe Blut.""

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