1. November 1914

Als Franzose verkleidet

Als Franzose verkleidet

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"Liebe Mama! Eben kommt ein Wagen hier an, beladen mit den ersten Paketen, darunter auch zwei von Dir an mich. Es ist der Pelz und ein kleines Paketchen, in dem sich meine Handschuhe befinden. Der Pelz ist prächtig und wird sich in den kalten Nächten sehr verdient machen. Habe recht  herzlichen Dank dafür. Daß Du Lothar in Posen noch einmal sehen konntest, war ja sehr schön. Die zweiundzwanzig Stunden Wartezeit auf dem Bahnhof waren ja allerdings weniger erbaulich. Ich kann es Dir nachempfinden, da ich jeden zweiten Tag vierundzwanzig Stunden im Schützengraben warte – aber auf die Franzosen. Wir, die 1. Ulanen, haben in diesem Kriege leider keine Aussicht, jemals wieder etwas anderes zu beginnen – es sei denn, in Verdun bricht die Pest aus. Lothar hat den interessanteren Teil erwischt. Ich beneide ihn wirklich. Es ist jetzt in Rußland genau in der Gegend, wo ich die ersten zehn Tage in diesem Kriege meine Patrouillen geritten habe. Ich hätte mir so gerne noch das E. K. I. verdient, habe aber keine Gelegenheit hierzu. Ich müßte dann als Franzose verkleidet nach Verdun laufen und dort einen Panzerturm in die Luft sprengen."

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